Wartenberger Digitalrennen 2018

Am 15 August war eine kleine Gruppe ASGler nach Wartenberg aufgebrochen, um ein völlig ungewohntes Terrain zu betreten. Ein Freundeskreis von Digital-Fahrern trifft sich jährlich, um ein Mittelstreckenrennen im Digitalmodus auszutragen. Das Rennen sollte dieses Jahr über 4 Stunden laufen.

Simon und Sammy bereiteten das Rennen sorgfälltig vor. Simon baute einen NSR-Mosler auf Digitaltechnik um, während Sammy auf die einfachere Variante setzte und zwei CARRERA Ferrari präparierte. Woody hatte nichts weiter zu tun und durfte dennoch mitspielen - Danke Jungs!

von links: NSR-Mosler, der Bestzeitenjäger, CARRERA Ferrari als Trainingsauto und CARRERA Ferrari als Leichtbau mit Tuningmotor
Drei Renner für den Sieg!

Die Wartenberger simulieren über den Digitalmodus einen "Benzinverbrauch", der sich an der Geschwindigkeit des Fahrzeuges bzw. der gefahrenen Rundenzeit orientiert. Im Vorfeld rechnete Simon die Kennlinien durch und legte die Strategie fest.

Anders als bei unseren übrigen Rennen zählte diesesmal nicht die Geschwindigkeit, sondern die Taktik! Simon legte fest, dass Rundenzeiten von 7,5 bis 8,0 Sek./Runde das Optimum zwischen Geschwindigkeit und "Benzinverbrauch" seien.

Als wir ankamen wurde die Strecke besichtigt und so gleich mit dem Training begonnen. Welches Auto wäre das Richtige?

Die Strecke hatte neben den angekündigten zwei Steilkurven noch eine weitere Überraschung parat: Eine Auf- und eine Abfahrt, die bei zu hoher Geschwindigkeit zu Sprungschanzen wurden. So manches Team biss sich daran die Zähne aus.

Die Herausforderung: zwei Steilkurven, eine Auf- und eine Abfahrt!
Die Streckenführung
Sammy und Simon überlegen, ob unsere Strategie wirklich die Richtige ist.
Strategiebesprechung

Von Beginn an war klar, dass der Mosler der Schnellste ist, aber würde er auch konstant über vier Stunden Fahrzeit halten?

Bei den Sprungschanzen hob er sehr schnell ab. Das Beschleunigen und Abbremsen war sehr aggressiv. Ein entspanntes Cruisen quasi nicht möglich.

Der grüne Ferrari war deutlich gutmütiger. Problemlos waren Rundenzeiten von konstant unter Sieben Sekunden pro Runde möglich, doch nur mit sehr viel Mühe blieben wir über dem gesteckten Ziel von >7,5 Sek./Runde! Über die Reglereinstellungen wurde ausprobiert, wie wir die Rundenzeiten einhalten können und dennoch im Notfall reagieren können. Letztlich wurde über ein Poti die Leistung des Ferrari beschnitten. Bei Bedarf würde der Poti halt wieder geöffnet werden...

 

Somit war die Rennstrategie festgelegt und das Fahrzeug ausgesucht. Nun wurde der Einsatzwagen gereinigt und für das Rennen verräumt.

Das Training wurde nun mit den anderen Fahrzeugen fortgesetzt. Zwar war Simons NSR Mosler schier unfahrbar, viel zu aggressiv und extrem anstrengend in der Konzentration. Doch Simon und Woody machten sich einen Spass daraus, um festzustellen, was die Bahn hergeben würde. Zuerst unterbot Woody den Bahnrekord um wenige Hundertstel auf 6,48 Sekunden. Darauf stellte Simon auf glatt 6,40 Sekunden. Woody schraubte noch etwas an den Reglereinstellungen und erreichte 6,341 Sekunden...

Das Training lief noch einige Zeit, doch es gab für die ASG-Fahrer nichts mehr zu verbessern. Dann wurde ein ca. 20 minütiges Proberennen gestartet. Es zeigte sich sehr schnell, dass Digitalrennen im Vergleich zu Analogrennen sehr chaotisch ablaufen. Viele Abflüge von den anderen Teams und sehr viele Chaosphasen führten dazu, dass die errechnete Strategie nicht so ohne Weiteres umzusetzen wäre.

Ein wesentlicher Faktor wäre es, sich aus Unfällen herauszuhalten.

Nach dem sehr chaotischen Proberennen folgte eine Pause. Die Bahn wurde durch spezielle Reinigungsfahrzeuge gesäubert und es gab eine ausgedehnte Mittagspause. Unser Gastgeber hatte groß aufgefahren. Es gab ein Barbeque vom Feinsten ;-)

Eine gute Idee war der Reinigungsdienst. Andere Teams setzten ein ähnliches Fahrzeug mit Erfolg im Rennen ein ;-)
Reinigungsdienst
Qualifyer Simon in voller Konzentration.
Qualifyer Simon in voller Konzentration.

Nach der Mittagspause folgte ein ausführliches Briefing aller Fahrer durch die Rennleitung.

 

Anschliessend schickten die fünft Teams jeweils einen Fahrer an den Start zum Qualifying. Für die ASG wurde Simon festgelegt.

Vermutlich spielt die Platzierung im Qualifying keine allzugrosse Rolle, schliesslich folgen noch volle 4 Stunden Rennzeit. Simon belegte ohne grössere Mühe die Topplazierung. Auf den weiteren Plätzen folgten die Blue Boys, die Rosenheim Cops, die Crocodiles als Vorjahressieger und Titelverteidiger sowie die Gastgeber Bad Wolfes.

 

An den Rundenzeiten im späteren Rennverlauf sollte sich unsere Vermutung bestätigen. Es wurde taktiert. Die Bad Wolfes fuhren anschliessend nicht wieder so langsam, wie im Qualifying...

Das Qualifying spielt scheinbar keine grosse Rolle. Bad Wolfs stapelten tief und landeten auf dem 5. Platz. Später fuhren Sie die schnellsten Rennrunden...
Das Ergebnis des Qualifying

Aus dem Ergebnis des Qualifying resultierte die Startaufstellung. Freie Fahrt für die ASG...

Nach den Ergebnissen des Qualifying reihten sich die Teams von ASG (Ferrari 388), Blue Boys (Audi R8), Rosenheim (Ford GT40), Crocodiles (Ford LM Prototyp) und Bad Wolfs (Porsche 991) auf.
Die Startaufstellung

Vom Start weg versuchten die Fahrer der ASG sich aus dem Verkehrsgewühl und den Unfällen herauszuhalten. Durch eine unfallfreie Fahrt wurde zügig ein kleiner Vorsprung herausgefahren. Zudem war der Spritverbrauch durchaus im Soll. Die Vorjahressieger Crocodiles hatten mit 19 Tankstops den geringsten Verbrauch und auch die Gastgeber Bad Wolfs hatten einen Takstop weniger als wir. Doch daran zeigte sich, dass die errechnete Strategie nur von theoretischer Natur war. Denn durch Chaosphasen sank auch bei den schnellen Teams der Verbrauch und der Vorteil wurde schnell zum Nachteil. Nach zwei Stunden Rennen lag die ASG mit einer Runde Vorsprung vor den Blue Boys auf Platz 1 und somit voll im Soll! Zudem war auch ein Tankvorsprung von einer halben Tankfüllung herausgefahren.

Knappe Führung für die ASG: 1 Runde und eine halbe Tankfüllung Vorsprung.
Halbzeit! Noch 120 Minuten zu fahren...

Der herausgefahrene Vorsprung war die halbe Miete zum Sieg. Von nun an wurde die Konkurenz beobachtet und die ASG konnte nach Bedarf reagieren. Immer den "Spritverbrauch" und die Rundenzeiten im Blick wurde an der eigenen Strategie gefeilt. Obwohl wir stets den Verbrauch der anderen Teams im Blick hatten kam es ein ums andere Mal vor, dass beide Zapfsäulen blockiert waren als wir tanken mussten. So wurden wertvolle Runden des Vorsprungs hergeschenkt.

 

Doch nach vier Stunden und 1206 gefahrenen Runden stand die ASG als Sieger fest. Ein denkbar knapper Vorsprung.

 

Es folgte die Siegerehrung. Alle Fahrer erhielten "Medallien" sowie "Gedenkmünzen". Dazu bekamen die ersten drei Teams jeweils einen Pokal.

1206 Runden in 4 Stunden. Am Ende reichte eine knappe Führung von 6 Runden für den Sieg.
Endstand, das Rennen ist aus...

Im Anschluss an die Siegerehrung liessen wir den Renntag ruhig ausklingen. Es folgten noch einige nette "Benzingespräche" und am Ende bleibt die Erinnerung an einen wunderschönen Feiertag. Die Wartenberger Jungs haben ein super Event auf die Beine gestellt. Es war super organisiert, leckere Verpflegung und einfach gute Laune!

Wir würden uns freuen, wenn wir im nächsten Jahr Revanche geben dürfen.

Spiel, Satz und Sieg! Bahnrekord, Qualifying gewonnen und Rennen gewonnen. Mehr geht nicht...
So sehen Sieger aus.